Tag 4

 

 

Heute scheinen wir wieder Superwetter zu haben!

Die Sonne lacht und der Wind schläft noch. Nach einem Frühstück in aller Gemütlichkeit verlassen wir diesen gastlichen Ort.

 

Wir mogeln uns an ziemlich brüchig wirkenden Eisbergen vorbei. Immer damit rechnend, dass gleich einer auseinander bricht und uns mit seinem Tsunami  eskimotieren lässt.

Das hätte fatale Folgen für unsere Ausrüstung und natürlich auch für uns. Beherrschen wir die

Eskimorolle doch nur zu 50%!

Einige dieser Eisriesen sehen aus wie Glaspaläste, scheinen bläulich oder haben grüne Banderolen. In anderen wiederum glauben wir Gesichter, Tiere oder Gebäude zu erkennen.

 

Gemütlich geht es voran. Tiniteqilaaq ist unser  Mittagsziel. 

Auf der Karte sieht es gar nicht so weit aus, aber auch nach einer Weile des Paddelns erblicken wir das 120-Seelendorf  nicht. Die Sonne brennt erbarmungslos. Wir haben keine Sonnenschutzcreme dabei.

Da hab ich bei der Planung einer Grönlandreise überhaupt keinen Gedanken dran verschwendet. Ja und nun, „schietevallera“ haben wir den schönsten Sonnenbrand auf Gesicht und Händen.

 

Wir verlassen den grandiosen Sermilikfjord, umfahren eine Halbinsel und sehen endlich die

Häuser.

Der Hafen liegt geschützt in einer Bucht. Überall Müll und Schrott.

Im Wasser liegen Seehundkadaver zum konservieren. Placken von traniger Haut gammeln am Ufer. Um „Emma“ etwas an Land zu ziehen, müssen wir aufpassen, dass sie nicht auf Glasscherben zum (er)liegen kommt.

Die Hütten könnten durchweg auch mal wieder etwas Farbe bekommen.

Soweit unsere ersten mitteleuropäisch geprägten Eindrücke.

Wir sehen uns den Ort an. Überall spielen Kinder die uns neugierig angucken.

Freundlich werden wir begrüßt, wenn uns Erwachsene begegnen. Auf einem Hügel,

oberhalb, besichtigen wir den Friedhof. Friedhöfe an sich, sagen viel über die Lebensweise

der jeweiligen Kultur aus.

Man sieht wer im Sommer oder wer im Winter verstorben ist. Die im Sommer liegen doch etwas unter der Oberfläche, während bei den „Wintertoten“ Steine aufgetürmt wurden.

 

Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf den Sermilikfjord. Er wirkt noch gewaltiger als vom Boot aus.

Später besuchen wir noch den Drugstore. Jenen Laden in dem es alles gibt. Wir besorgen uns

eine Sonnenbrille, Sonnenschutzcreme, ein Sixpack Bier und ein Stangeneis.

 

Wir fahren weiter.

Außerhalb des Dorfes gehen wir noch einmal in einer schönen Bucht an Land, um uns Nudeln und Kaffee zu kochen.

Essen hält Leib und Seele zusammen!

 

Nun geht es an die nördlichste Stelle unserer Reise. Während wir im "Fjord Aariaa" noch leichten Rückenwind haben,

haut es uns im "Ikaasagtivaqfjord" fast um. Der "Ikaasagtivaq" wirkt wie ein Kamin durch seine hohen Ufer und

seiner relativen Enge. Ca.2 km ist er nur breit, aber dafür schön lang. Na jedenfalls weht es hier recht ordentlich.

Und das natürlich von vorn! Auch hier kommt uns eine Gruppe Paddler entgegen. Amerikaner.

Guten Tag und guten Weg, mehr bleibt uns nicht. Es ist zu windig um groß zu labern. 

 

Am Nordufer finden wir reine recht gute Stelle für das Zelt. 3 Bäche, ganz in der Nähe, fließen bergab.

Nun am Abend wird es doll kalt. Der Wind briest  richtig auf...aber der Schlafsack wärmt.

 

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